Advanced Hair Clinics beim 34. ISHRS-Weltkongress in Rio: Dr. Anastasios Vekris als Referent und Ausbilder
Advanced Hair Clinics nahm am 34. Weltkongress der International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS) teil, der vom 15. bis 17. Oktober 2026 in Rio de Janeiro, Brasilien, stattfand. Vertreten wurde die Klinik durch Dr. Anastasios Vekris und Dr. Antonia Andriopoulou.
Dr. Anastasios Vekris, Plastischer Chirurg, Gründer und Wissenschaftlicher Direktor von Advanced Hair Clinics sowie Präsident der FUE Europe Society of Hair Restoration, übernahm am 14. Oktober eine aktive Rolle im vorkongresslichen Fortbildungsprogramm. Er hielt einen Vortrag über die individuelle Berechnung der benötigten Haarfollikeltransplantate und die chirurgische Planung einer Haartransplantation. Außerdem wirkte er als Ausbilder in einem praktischen Workshop zu unterschiedlichen Implantationsinstrumenten mit.
Begleitet wurde er von Dr. Antonia Andriopoulou, der stellvertretenden Wissenschaftlichen Direktorin von Advanced Hair Clinics. Sie verfügt über langjährige Erfahrung mit der FUE-Haartransplantation und beschäftigt sich wissenschaftlich mit Implantationstechniken. Aufgrund ihrer bisherigen Teilnahme an internationalen Fachveranstaltungen und Vorträgen über Implanter bot der Kongress in Rio für sie die Gelegenheit, neue chirurgische Ansätze kennenzulernen und klinische Erfahrungen mit Fachkollegen aus aller Welt auszutauschen.
Der 34. ISHRS-Weltkongress und die Entwicklungen in der Haartransplantation
Der jährliche Weltkongress der ISHRS zählt zu den bedeutenden internationalen Fachveranstaltungen auf dem Gebiet der chirurgischen Haarwiederherstellung. Die diesjährige Tagung fand im Windsor Convention Center & Hotels im Stadtteil Barra da Tijuca in Rio statt. Unter dem Motto „Where Integrity Meets Excellence“ stand die Verbindung von wissenschaftlichem Wissen, chirurgischer Präzision und verantwortungsvoller Patientenversorgung im Mittelpunkt.
Das Programm umfasste wissenschaftliche Vorträge, spezialisierte Sitzungen, Diskussionen komplexer klinischer Fälle und praktische Workshops. Zu den zentralen Themen gehörten FUE– und FUT-Techniken, die Planung der Haartransplantation, der Umgang mit Komplikationen, medikamentöse und regenerative Therapien sowie die Bewertung neuer Technologien zur Diagnose und Behandlung von Haarausfall.
Eine besondere Rolle spielte der ISHRS Basics Course am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026. Er verband theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen und richtete sich an Ärztinnen und Ärzte, die Kenntnisse der chirurgischen Haarwiederherstellung erwerben möchten. Beide Beiträge von Dr. Vekris waren Teil dieses Kurses.
„How Many Grafts Does a Patient Need?“ – Wie viele Grafts sind für eine Haartransplantation tatsächlich nötig?
In seinem Vortrag „How Many Grafts Does a Patient Need? Surgical Planning“ behandelte Dr. Vekris die präoperative Planung einer Haartransplantation. Dabei ging es um eine der häufigsten Fragen von Patienten: Wie viele Haarfollikeltransplantate werden benötigt, um einen ausgedünnten Bereich abzudecken und ein natürlich wirkendes Ergebnis zu erreichen?
Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst erklärt werden, was ein Graft ist. Dabei handelt es sich um eine follikuläre Einheit, die ein, zwei, drei oder mehr Haare enthalten kann. 2.000 Grafts entsprechen somit nicht zwangsläufig 2.000 Haaren. Auch bietet dieselbe Anzahl an Transplantaten nicht bei allen Patienten die gleiche optische Abdeckung.
Die erforderliche Menge hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Ausdehnung des Haarausfalls, der natürlichen Haardichte, der Stärke und Farbe der Haare sowie dem Farbkontrast zwischen Haar und Haut. Auch das Alter, das Stadium der Alopezie und die mögliche weitere Entwicklung des Haarausfalls spielen eine wichtige Rolle.
Ein Patient mit leicht zurückweichender Haarlinie an den Schläfen hat andere Bedürfnisse als jemand mit ausgeprägter Ausdünnung im vorderen und mittleren Kopfbereich sowie am Wirbel. Selbst bei ähnlichem Ausmaß des Haarausfalls kann sich die Anzahl der sicher verwendbaren Grafts zwischen zwei Patienten deutlich unterscheiden.
Eine sorgfältige Operationsplanung orientiert sich deshalb nicht an einer möglichst eindrucksvollen Graft-Zahl. Ausgangspunkt ist vielmehr die genaue Beurteilung der individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten. Ziel ist es, die verfügbaren Transplantate sinnvoll zu nutzen, die Haare natürlich zu verteilen und mögliche spätere Behandlungen bei der Planung zu berücksichtigen.
Der Spenderbereich: Warum die verfügbaren Grafts geschützt werden müssen
Der Spenderbereich ist für eine Haartransplantation von entscheidender Bedeutung. Gemeint ist der Teil der Kopfhaut, meist am Hinterkopf und an den Seiten, aus dem die zu transplantierenden follikulären Einheiten entnommen werden.
Dort steht nur eine begrenzte Anzahl von Haarfollikeln zur Verfügung, die entfernt werden können, ohne die natürliche Dichte wesentlich zu beeinträchtigen. Dass technisch viele Grafts entnommen werden könnten, bedeutet daher nicht automatisch, dass dies für einen bestimmten Patienten die beste Wahl ist.
Eine übermäßige Entnahme kann zu einer sichtbaren Ausdünnung des Spenderbereichs führen und die Möglichkeiten für einen späteren Eingriff einschränken. Ebenso kann eine sehr tief angesetzte vordere Haarlinie die zu bedeckende Fläche und damit die benötigte Graft-Zahl vergrößern.
Wichtig ist zudem der langfristige Verlauf der androgenetischen Alopezie. Obwohl transplantierte Haarfollikel in der Regel aus Bereichen stammen, die weniger anfällig für Haarausfall sind, können die nicht transplantierten Haare im Laufe der Jahre weiter ausdünnen. Deshalb muss der Chirurg nicht nur das heutige Erscheinungsbild, sondern auch mögliche künftige Veränderungen berücksichtigen.
Ausreichende Reserven an Spendergrafts zu erhalten, ist ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Behandlungsplanung, insbesondere bei jüngeren Patienten und bei noch nicht stabilisiertem Haarausfall.
Haarlinie, mittlerer Kopfbereich und Wirbel: Warum jede Zone anders geplant wird
Nicht allein die Gesamtzahl der Grafts bestimmt das ästhetische Ergebnis einer Haartransplantation. Genauso wichtig ist ihre Verteilung auf die verschiedenen Bereiche der Kopfhaut, denn jede Zone besitzt eigene Merkmale und Anforderungen.
An der vorderen Haarlinie wird besonders auf eine natürliche Kontur geachtet, die zu den Gesichtszügen und zum Alter des Patienten passt. Am vordersten Rand werden meist follikuläre Einheiten mit nur einem Haar verwendet, damit die Haarlinie weder zu dicht noch unnatürlich gerade wirkt.
Direkt dahinter liegt die Übergangszone. Dort wird die Dichte durch eine gezielte Verteilung von Ein- und Zweihaar-Grafts schrittweise erhöht. Dieser Übergang trägt dazu bei, dass die Haare auch aus der Nähe natürlich aussehen.
Im mittleren Kopfbereich (Mid-Scalp) können, je nach Bedarf, Transplantate mit mehreren Haaren eingesetzt werden, um eine höhere optische Dichte zu erzielen. Die richtige Verteilung ist wichtig, weil diese Zone den Gesamteindruck der Haarabdeckung wesentlich prägt.
Andere Anforderungen stellt der Wirbelbereich (Crown oder Vertex). Hier wachsen die Haare in einer charakteristischen kreisförmigen Richtung. Die Wiederherstellung muss besonders geplant werden, da häufig eine größere Fläche betroffen ist und für eine zufriedenstellende optische Abdeckung zahlreiche Grafts notwendig sein können.
Bei fortgeschrittener Alopezie ist es nicht immer sinnvoll, alle betroffenen Regionen in nur einer Operation zu behandeln. Je nach verfügbaren Spendergrafts und den Wünschen des Patienten können zunächst Haarlinie und mittlerer Kopfbereich versorgt werden, während der Wirbel in einer späteren Sitzung folgt. Alternativ kann anfangs eine größere Fläche mit geringerer Dichte bedeckt und später verstärkt werden, sofern der Spenderbereich dies ermöglicht.
Die geeignete Strategie wird nach einer individuellen ärztlichen Untersuchung und einem Gespräch über realistische Erwartungen festgelegt. Ein einheitliches Schema zur Verteilung der Transplantate passt nicht zu jedem Fall.
„Different Types of Implanters“ – Dr. Vekris in der praktischen Ausbildung von Chirurgen
Der zweite Beitrag von Dr. Anastasios Vekris beim ISHRS Basics Course war der praktische Workshop „Different Types of Implanters“. Als Ausbilder (Table Leader) betreute er diese Station gemeinsam mit dem brasilianischen Arzt Dr. Elson Marques Viana Jr.
Im Mittelpunkt standen spezielle chirurgische Instrumente, mit denen follikuläre Transplantate in ausgedünnte oder kahle Kopfhautbereiche eingesetzt werden. Dieser Operationsschritt ist besonders wichtig: Die Art der Platzierung beeinflusst sowohl den Schutz der Haarfollikel als auch das natürliche Erscheinungsbild des Ergebnisses.
Bei der Implantation muss jedes Graft an der geeigneten Stelle und in der richtigen Tiefe und Richtung platziert werden. Dabei ist die natürliche Wuchsrichtung der Haare in der jeweiligen Zone zu berücksichtigen. Erforderlich sind präzise Handgriffe und passende Instrumente, da Hautbeschaffenheit, Transplantatgröße und Behandlungsbereich unterschiedlich sein können.
Im praktischen Workshop konnten die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte verschiedene Implantationsinstrumente und ihre Anwendung kennenlernen. Die Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der chirurgischen Ausbildung, da sie zeigen, wie die unterschiedlichen Techniken in der Praxis umgesetzt werden.
Sharp- und Dull-Implanter: Was ist der Unterschied?
Implanter sind spezielle chirurgische Instrumente, die an schmale Stifte erinnern. Mit ihnen lassen sich follikuläre Transplantate kontrolliert in die Haut einsetzen.
Zwei wichtige Varianten sind Sharp- und Dull-Implanter. Beide dienen der Platzierung der Grafts, unterscheiden sich aber vor allem im Ablauf der Implantation.
Sharp-Implanter besitzen eine scharfe Spitze. Damit kann der Chirurg eine winzige Öffnung in der Haut schaffen und gleichzeitig das Transplantat einsetzen. Die Anlage der Empfängerstelle und die Implantation erfolgen somit in einem Schritt, ohne dass zuvor für jedes Graft separate Mikroinzisionen vorbereitet werden müssen.
Dull-Implanter haben dagegen eine nicht scharfe Spitze und werden verwendet, wenn der Chirurg die kleinen Öffnungen für die Grafts bereits angelegt hat. Die Vorbereitung der Empfängerstellen und das Einsetzen der Transplantate erfolgen hier in zwei getrennten Schritten.
Der wesentliche Unterschied besteht also darin, ob die Hautöffnung und das Einsetzen des Grafts gleichzeitig oder nacheinander geschehen. Keine Methode ist automatisch für jeden Patienten überlegen. Die Auswahl richtet sich nach den Eigenschaften der Follikel, dem Hautzustand, der Operationsplanung und der Erfahrung des Teams.
Auch die sorgfältige Vorbereitung der Instrumente ist entscheidend. Durchmesser und Länge der Nadel müssen zur Größe der Grafts passen, damit sie in der vorgesehenen Tiefe liegen und weder zu oberflächlich noch zu tief eingesetzt werden. Der richtige Winkel hilft zudem, die natürliche Wuchsrichtung nachzuahmen.
Ein vorsichtiger Umgang mit den Implantationsinstrumenten und eine gute Abstimmung im Team sollen unnötige Manipulationen reduzieren und die empfindlichen Haarfollikel während des gesamten Eingriffs schützen. Die Ausbildung und Erfahrung des Chirurgen bleiben für die sichere Anwendung entscheidend.
Besondere Anwendungen: Narben, Augenbrauen und Bart wiederherstellen
Eine präzise Platzierung der Grafts ist besonders wichtig, wenn ein Eingriff eine sehr detaillierte Planung erfordert, beispielsweise bei der Wiederherstellung von Narbenbereichen, der Augenbrauentransplantation oder dem Aufbau von Bartbehaarung.
Narbengewebe kann sich hinsichtlich Elastizität, Dicke und Durchblutung deutlich von normaler Kopfhaut unterscheiden. Deshalb müssen die Eignung für eine Transplantation und die Verteilung der Grafts sorgfältig beurteilt werden. Nicht jede Narbe lässt sich mit derselben chirurgischen Methode behandeln.
Bei einer Augenbrauentransplantation ist die Wuchsrichtung der Haare besonders wichtig; sie verändert sich je nach Stelle innerhalb der Augenbraue. Die Transplantate müssen in geeigneten Winkeln eingesetzt werden und der natürlichen Form folgen.
Ähnlich müssen bei einer Barttransplantation Unterschiede in Wuchsrichtung und Dichte zwischen Wangen, Oberlippenbart und Kieferlinie berücksichtigt werden. Die passende Auswahl und Positionierung der Grafts helfen, den neuen Haarwuchs harmonisch in die vorhandene Behaarung einzufügen.
Diese Beispiele verdeutlichen, warum die Ausbildung in Implantationstechniken über die Beherrschung eines einzelnen Instruments hinausgeht. Sie erfordert Kenntnisse über die Merkmale der jeweiligen Region, eine passende Auswahl der Grafts und die Fähigkeit, das Vorgehen an den Einzelfall anzupassen.
Advanced Hair Clinics im internationalen wissenschaftlichen Austausch
Die Mitwirkung von Dr. Anastasios Vekris am Fortbildungsprogramm des 34. ISHRS-Weltkongresses verdeutlichte die Bedeutung spezialisierten Wissens für die Planung und Durchführung einer Haartransplantation. Von der Beurteilung der verfügbaren Grafts bis zur Wahl der Implantationstechnik erfordert jede Phase chirurgische Erfahrung, Präzision und patientengerechte Entscheidungen.
Seine gemeinsame Teilnahme mit Dr. Antonia Andriopoulou in Rio ist Teil der langjährigen internationalen wissenschaftlichen Tätigkeit von Advanced Hair Clinics. Dazu gehören Kongresse, Fortbildungsprogramme und spezialisierte chirurgische Workshops. Der Austausch mit Fachkollegen aus verschiedenen Ländern ermöglicht es, neue Techniken zu bewerten und aktuelle Entwicklungen in der chirurgischen Haarwiederherstellung zu verfolgen.
Für Advanced Hair Clinics liegt der Wert dieser internationalen Tätigkeit vor allem in ihrem Nutzen für die tägliche medizinische Praxis. Kontinuierliche wissenschaftliche Fortbildung und evidenzbasierte chirurgische Ansätze sind wichtige Voraussetzungen für individuelle Behandlungen, bei denen Patientensicherheit, sorgfältige Planung und persönliche Betreuung im Vordergrund stehen.
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