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er weibliche Haarausfall (Effluvium) stellt ein sehr großes kosmetisches Problem für alle betroffenen Frauen jedes Alters dar. Es wird geschätzt, dass alle Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens an Haarausfall leiden werden.

Natürlicher Zustand der Haare

Anagen Phase

Telogen Phase

Natürlichen Täglichen Haarausfall



    Der Haarzyklus besteht aus der Anagen-, Katagen- und Telogenphase. Die weibliche Alopezie wird durch einen schnellen Übergang von der Anagen- in die Katagen- und Telogenphase induziert. 95% der Haare der Kopfhaut befinden sich in der Anagenphase, welche über mehrere Jahre dauert. Die Lebensdauer der Katagen- und Telogenphase ist kürzer, nur einige Monaten. Bei einigen Formen des weiblichen Haarausfalls dauert die Anagenphase nur wenige Monate.

Haarausfall bei Frauen – Ursachen

woman-without-hair-loss Ein täglicher Haarverlust von 100 bis 150 Haaren pro Tag gilt als regelrecht. Der Verlust von Katagenhaaren geschieht vor allem während der Haarwäsche und des Kämmens und ist nicht unbedingt auf einen weiblichen Haarausfall zurückzuführen. Wenn eine Frau mehr als 150 Haare pro Tag verliert, leidet sie an weiblichen Haarausfall und sollte eine Therapie aufsuchen. Am häufigsten kommt der weibliche Haarausfall in der Pubertät, Wochenbett und Menopause vor. Bei allen drei Fällen ist die psychische Belastung für die Betroffene enorm, da ein gesundes schönes Haar immer als Schönheitsideal gilt. Der weibliche Haarausfall kann sowohl physiologische als auch pathologische Ursachen haben. Der saisonale Haarausfall -vor allem während der Herbstmonaten- gilt als physiologischer Haarausfall. Hormonstörungen können auch für Haarausfall bei Frauen (weiblicher Haarausfall)  verantwortlich sein. Eine solche hormonelle Störung ist:

  • Zum Beispiel das PCO-Syndrom
  • Wobei der Haarausfall in der Regel mit Akne, Übergewicht und Menstruationsstörungen begleitet wird. Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen können ebenso oft mit Haarausfall einhergehen.
  • Das Cushing-Syndrom oder Hyperkortisolismus
  • Die chronische Einnahme systemischer Kortikosteroide

    Hypophysenadenome wie das Prolaktinom, der Hyperandrogenismus bei z.B. Nebennieren- und Ovarialtumoren und die Einnahme oraler Kontrazeptiva können zum Haarausfall bei Frauen führen. Bei allen oben genannten Fällen zeigt sich der Haarausfall in der Regel diffus und die Haarverdünnung ist auf der gesamten Kopfhaut symmetrisch verteilt.

    Eine der wichtigsten Formen des weiblichen Haarausfalls stellt die weibliche androgenetische Alopezie dar. Ätiologisch ist eine polygene Vererbung bekannt. Die verantwortlichen Gene bei diesem Typ des weiblichen Haarausfalls werden autosomal oder X-chromosomal-rezessiv vererbt. Aus diesem Grund ist der weibliche Haarausfall dieser Art im Vergleich zu Männern weniger häufig, da beide Eltern betroffen sein sollten.

    Das klinische Bild der androgenetischen Alopezie vom weiblichen Typ folgt ein anderem Muster im Vergleich zu der männlichen androgenetischen Alopezie. Es  zeigt sich eine diffuse Haarverdünnung und nur selten sind komplett kahle Areale zu sehen.

    Normalerweise treten bei bekannter Veranlagung die ersten Symptome in den Wechseljahren auf. Um objektiv die verschiedenen Stadien der weiblichen androgenetischen Alopezie einzustufen, wird das Ludwig-Schema verwendet.

    Das klinische Bild ist typisch. Das Haar lichtet sich entlang des Scheitels. Die Haardichte im Bereich des Stirnansatzes und der Schläfen bleibt normal.

    Eine andere Ursache des diffusen Haarausfalls ist eine Eisen-, Protein-, Mineralien-, Vitaminen- und Spurenelementen-arme Ernährung.

    Die Eisenmangelanämie gehört zu den häufigsten Ursachen des weiblichen Haarausfalls und kommt bei Frauen im gebärfähigen Alter -in der Regel während der Monatsblutungen und während der Schwangerschaft- vor.

    Stress stellt heutzutage eine der häufigsten Ursachen des weiblichen Haarausfalls dar. Vor der Diagnosestellung sollte jedoch eine andere Ätiologie ausgeschlossen werden.

    Die Anwendung von chemischen und Styling Haarprodukten und das Ziehen (Traktion) und Kämmen der Haare nach hinten (z.B. Pferdeschwanz) führen unvermeidlich zum Haarausfall. Ebenso schädlich ist für das Haar das häufige Glätten und Styling im Friseursalon.

    Die ungeschützte Sonnenexposition ohne Sonnenschutz kann sowohl die Kopfhaut als auch die Haare beschädigen. Durch die Sonnenexposition wird eine Immunsuppression induziert, die zu einer Degeneration der Haarfollikel und konsequentem Haarausfall führt.

    Das telogene Effluvium wird durch das frühzeitige Eintreten der Haare in die   Telogenphase gekennzeichnet. Ätiologisch sind endokrine Störungen, Stoffwechselkrankheiten, Mangelernährung, Entbindung, schwere Operationen, chronische Erkrankungen, Krebs, Medikamente, Schwermetalle, schädliche Umweltfaktoren beschrieben.

    Die häufigsten Ursachen der lokalisierten weiblichen Alopezie sind Alopecia areata, Pilzinfektionen, Trauma, Hautkarzinome, Follikulitis, Hautinfektionen, Lichen planopilaris und kutaner Lupus erythematodes. Bei dieser Form der weiblichen Alopezie ist der Haarausfall nicht diffus sondern lokalisiert.

    Bei der Alopecia areata handelt sich um eine häufige autoimmunbedingte Erkrankung die sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Sie wird in der lokalisierten Form mit einzelnen oder mehreren umschriebenen Herden, in der diffusen Form, Ophiasis, Alopecia totalis und universalis unterteilt. Oft wird die Alopecia areata von anderen Autoimmunerkrankungen wie Thyreoiditis begleitet. Die Diagnose kann klinisch oder histologisch nach Durchführung einer Biopsie gestellt werden.

young-woman-with-alopecia-areata    Die Alopecia areata hat erhebliche psychologische Auswirkungen auf die Betroffenen, was zu einer weiteren Verschlechterung des klinischen Bilds führt. Die Behandlung besteht aus topischen Kortikosteroiden, Injektionen mit Steroiden, Applikation von Minoxidil, Calcineurin-Inhibitoren, lokalen sensibilisierenden Stoffe und PUVA.

    Haarausfall kann auch durch eine Pilzinfektion, Dermatophyten und Trichophyten, ausgelöst werden. Der Hauptvertreter ist der Favus. Die Diagnose wird durch den kulturellen Erregernachweis gestellt und der Behandlung mit Antimykotika durchgeführt. Der mikrobiell ausgelöste Haarausfall kommt in der Form einer Follikulitis vor. Aus den Pusteln wird Eiter entleert. Im Bereich der betroffenen Areale kommt es zu Vernarbung und Haarausfall. Diese Form der Alopezie tritt auch bei Männern und Kindern auf und wird antibiotisch behandelt.

    Der Lichen planopilaris stellt die häufigste Form der vernarbenden Alopezie bei Frauen dar. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, welche die Haut, Haare und Schleimhäute betrifft. Die vernarbende Alopezie präsentiert sich beim Lichen planopilaris mit glatten glänzenden Platten, mit follikulärer Hyperkeratose. Das klinische Bild ist für die Betroffene kosmetisch störend. Die Erkrankung manifestiert sich mit Narben, büschelig wachsende, „Puppen-ähnliche“ Haare (doll hair) und ist nicht reversibel. Therapeutisch werden Hydroxychloroquin, Minoxidil und Kortikosteroide eingesetzt.

    Der Lupus erythematodes stellt die zweithäufigste Autoimmunbedingte vernarbende Alopezie dar. Der Lupus erythematodes hat unter anderen Hautmanifestationen am Körper und Kopfhaut. Dabei handelt sich um entzündliche erythematöse Plaques, die atrophische haarlose Narben hinterlassen. Die Diagnose wird mittels Biopsie und Immunfluoreszenz gestellt. Die Behandlung wird mit Steroiden und Immunsuppressiva durchgeführt.

    Eine vernarbende Alopezie wird zusätzlich durch Trauma, Verbrennungen, Unfälle, sowie Basalzell- und Plattenepithelkarzinome verursacht. Bei den oben genannten Fällen ist die Durchführung einer Haartransplantation indiziert.

    Die Diagnostik schließt die ausführliche Anamneseerhebung, hämatologische und hormonale Untersuchungen, das Trichogramm und Hautbiopsie -je nach Form des weiblichen Haarausfalls- ein.

    Die Prognose ist vom Typ des Haarausfalls abhängig. Im Allgemeinen ist die Prognose bei Frauen mit diffusem Effluvium im gebärfähigen Alter besser im Vergleich zu Männern, da die weiblichen Hormone eine schützende Rolle spielen.

    Bei dem weiblichen Haarausfall der aufgrund von Eisen-, Proteinmangel, Stress usw. auftritt, sollte die zugrunde liegenden Ursache behandelt werden -beziehungsweise beseitigt werden- wie zum Beispiel Eisenaufnahme bei Eisenmangel-induziertem Haarausfall.

    Die am häufigsten angewendeten Medikamente zur Behandlung des weiblichen Haarausfalls sind Minoxidil (normalerweise 2%) und Finasterid. Die erste wird als Lotion, 1 bis 2 Mal täglich appliziert. Das Minoxidil induziert eine Erhöhung der Durchblutung der Kopfhaut und führt zum erneuten Haarwachstum. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfreizung, Erythem, fettige Haare und Schuppung. Alle o.g. Nebenwirkungen können nach Dosisanpassung behoben werden.

Minoxidil-Aufnahme

Finasterid-Aufnahme

FUE Haartransplantation

Unrasiert FUE


    Das Finasterid sollte bei weiblichem Haarausfall lediglich in den Wechseljahren, verabreicht werden. Es handelt sich um ein Antiandrogen und wird in einer Dosis von 1 mg pro Tag verabreicht.

    Heutzutage gilt auch die Haartransplantation als mögliche therapeutische Möglichkeit der weiblichen Alopezie. Sie wird erfolgreich sowohl bei der androgenetischen Alopezie als auch bei anderen Formen diffuser oder vernarbenden Alopezie eingesetzt.

    Die Advanced Hair Clinics ist sowohl in der Behandlung des männlichen als auch des weiblichen Haarausfalls spezialisiert. Die Haartransplantation erfolgt nach der FUE Technik, welche keine Narben und keine Schmerzen hinterlässt, kein Nahtmaterial erforderlich ist und ein natürliches Aussehen verspricht.

    Beim weiblichen Haarausfall wird oft die so genannte unrasierte FUE-Methode durchgeführt. Bei dieser Methode ist eine rasierte Kopfhaut präoperativ nicht erforderlich. Somit kann die Patientin wieder direkt nach der Sitzung zu ihren beruflichen und Freizeitaktivitäten zurückkehren. In unserer Klinik wird jeder Fall des weiblichen Haarausfalls individuell behandelt: Von der Diagnosestellung und bis schließlich in der Einleitung einer entsprechenden, je nach Fall angepassten Therapie. Unsere Klinik ist in der Behandlung des weiblichen Haarausfalls hochspezialisiert und unser Haartransplantationsteam hat eine lange Erfahrung mit tausenden durchgeführten Haartransplantationen in Griechenland und im Ausland, in Europa und den Mittleren Osten.